Reiseimpfungen für die Weltreise

Anfänglich hat sich das Auseinandersetzen mit notwendigen Reiseimpfungen recht schwerfällig angefühlt. Wie finde ich heraus, welche Impfungen ich brauche, wenn ich weder meine genaue Route kenne, noch Aktivitäten oder Reisedauer im Vorfeld planen möchte? Viele Empfehlungen hängen nämlich davon ab, wohin du reist, wie lange du bleibst, wie du unterwegs bist und was du in den jeweiligen Ländern unternimmst. Wir haben uns dann dafür entschieden, im ersten Schritt zumindest eine grobe Route zu skizzieren. Nicht bis ins kleinste Detail, aber genug, um einschätzen zu können, welche Regionen wahrscheinlich auf unserer Reise liegen werden und welche eher nicht.

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Übersicht

Wann du dich dem Thema widmen solltest

Setze dich lieber früher als später mit dem Thema auseinander, damit du ausreichend Zeit für alles hast. Gerade bei einer längeren Reise vergeht die Vorbereitungszeit oft schneller als erwartet und Impfungen sind nichts, womit du erst zwei Wochen vor Abflug anfangen solltest.
Was sich bei uns bisher bewährt hat, ist die Vereinbarung einer reisemedizinischen Beratung inklusive erster Impfungen etwa drei bis vier Monate vor der Abreise. So bleibt in der Regel genügend Zeit, um gemeinsam einen sinnvollen Impfplan zu erstellen und alle notwendigen Termine einzuplanen. Das ist vor allem dann wichtig, wenn es um Impfungen mit mehreren Dosen geht, zwischen denen teilweise mehrere Wochen oder sogar Monate liegen müssen.
Außerdem fanden wir den Gedanken angenehm, nicht zu viele Impfungen gleichzeitig zu bekommen. Zwar ist das im Zweifel oft möglich, für den Körper ist es aber häufig angenehmer, wenn zwischen einzelnen Impfungen etwas Zeit liegt.

Empfohlene Standard-Impfungen

Unabhängig von deinen Reisezielen lohnt es sich zunächst, einen Blick auf die eigenen Standard-Impfungen zu werfen. In Deutschland werden diese von der Ständige Impfkommission (STIKO) empfohlen, wobei je nach Alter und persönlicher Situation Unterschiede bestehen können.
Die meisten Menschen haben im Laufe ihres Lebens bereits viele dieser Impfungen erhalten. Einige bieten einen lebenslangen Schutz, andere müssen nach bestimmten Zeiträumen aufgefrischt werden. Gerade vor einer längeren Reise oder Weltreise fanden wir es deshalb sinnvoll, zunächst die Impfungen zu überprüfen, die regelmäßig erneuert werden sollten.
Zu den wichtigsten Standard-Impfungen gehören unter anderem:

Tetanus

Tetanus, auch Wundstarrkrampf genannt, wird durch Bakterien ausgelöst, die beispielsweise über kleine Verletzungen in den Körper gelangen können. Die Erkrankung kann schwere Muskelkrämpfe verursachen, weshalb regelmäßige Auffrischungen wichtig sind.

Diphtherie ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die vor allem die Atemwege betrifft und unbehandelt lebensbedrohlich werden kann. Die Impfung wird häufig gemeinsam mit der Tetanus-Impfung aufgefrischt.

Keuchhusten (Pertussis) ist eine hochansteckende Atemwegserkrankung, die oft mit langanhaltenden Hustenanfällen verbunden ist. Da der Impfschutz mit der Zeit nachlassen kann, werden Auffrischungen empfohlen.

Polio, auch Kinderlähmung genannt, ist eine Virusinfektion, die in schweren Fällen zu dauerhaften Lähmungen führen kann. Zwar gilt Deutschland als poliofrei, in einigen Regionen der Welt treten jedoch weiterhin Fälle auf.

Masern sind eine hochansteckende Viruserkrankung, die oft mit Fieber und Hautausschlag beginnt, aber auch schwere Komplikationen verursachen kann. Die Impfung erfolgt häufig als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR).

Hepatitis B ist eine Virusinfektion, die die Leber angreift und unter anderem über Blut oder andere Körperflüssigkeiten übertragen werden kann. Gerade auf längeren Reisen kann ein Schutz sinnvoll sein.

Auch wenn diese Impfungen nicht speziell etwas mit einer Weltreise zu tun haben, bilden sie gewissermaßen die Grundlage. Für uns war es deshalb der logischste erste Schritt, unseren Impfstatus einmal vollständig überprüfen zu lassen, bevor wir uns intensiver mit möglichen Reiseimpfungen beschäftigt haben.

Reiseimfpungen nach Regionen

Neben den Standard-Impfungen gibt es außerdem eine Reihe von Reiseimpfungen, die abhängig von Land und Region empfohlen werden. Welche Impfungen für dich und deine Reise tatsächlich sinnvoll sind, hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise von deiner Reiseart, geplanten Aktivitäten, der Reisedauer oder auch der Jahreszeit, in der du unterwegs bist.
Gerade bei einer Weltreise, bei der die genaue Route anfangs oft noch gar nicht vollständig feststeht, macht das die Planung natürlich nicht unbedingt einfacher. Während manche Regionen kaum abweichende Impfempfehlungen zu Deutschland haben, sind bestimmte Impfungen in anderen Ländern sogar verpflichtend für die Ein- oder Ausreise.
Zu den häufigsten Reiseimpfungen gehören unter anderem:

Hepatitis A

Hepatitis A ist eine Virusinfektion der Leber, die häufig über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen wird. Empfohlen wird die Impfung beispielsweise für viele Länder in Südostasien, Mittel- und Südamerika sowie Teile Afrikas.

Tollwut wird durch den Biss oder Speichel infizierter Tiere übertragen und verläuft unbehandelt nahezu immer tödlich. Besonders bei längeren Reisen oder engem Kontakt zu Tieren wird die Impfung häufig für Regionen in Südostasien, Indien oder Teile Südamerikas empfohlen.

Typhus ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die meist über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen wird. Die Impfung wird unter anderem für Reisen nach Indien, Pakistan, Bangladesch oder in einige Regionen Afrikas empfohlen.

Dabei handelt es sich um eine Virusinfektion, die durch Mücken übertragen wird und in seltenen Fällen schwere Entzündungen des Gehirns verursachen kann. Relevant ist die Impfung vor allem in ländlichen Regionen Südostasiens, beispielsweise in Thailand, Vietnam oder Indonesien.

Gelbfieber ist eine durch Mücken übertragene Virusinfektion, die in tropischen Regionen Afrikas und Südamerikas vorkommt. Für manche Länder — beispielsweise in Teilen Afrikas oder Südamerikas — ist ein Nachweis der Impfung sogar verpflichtend.

Cholera ist eine bakterielle Durchfallerkrankung, die über verunreinigtes Wasser übertragen wird. Die Impfung spielt für die meisten Reisenden eher eine untergeordnete Rolle, kann aber in bestimmten Regionen mit schlechter hygienischer Versorgung empfohlen werden.

Uns hat es sehr geholfen, erstmal eine grobe Route zu skizzieren, bevor wir uns mit möglichen Impfungen auseinandergesetzt haben. Dadurch wussten wir zwar nicht, wie lange wir uns genau an welchen Orten aufhalten werden, haben aber einen Anhaltspunkt für die weitere Planung gehabt. Basierend darauf haben wir uns über die Website des Tropeninstitutes informiert, welche Impfungen grundsätzlich für die jeweiligen Regionen empfohlen werden.

Reisemedizinische Beratung

Auch wenn uns die eigene Recherche geholfen hat, einen ersten Überblick zu bekommen, hat sie gleichzeitig viele neue Fragen aufgeworfen. Deshalb haben wir uns zusätzlich für eine reisemedizinische Beratung entschieden, was rückblickend definitiv eine der besten Entscheidungen in unserer Vorbereitung.
Für die Beratung waren wir in der Reiseimpfsprechstunde der Uniklinik Köln, derartige Angebote gibt es aber auch an vielen anderen Stellen. Dort wurden nicht einfach pauschal bestimmte Impfungen empfohlen, sondern unsere persönliche Situation betrachtet. Gerade das fanden wir besonders hilfreich, weil viele Empfehlungen im Internet schnell sehr allgemein wirken. Durch die individuelle Beratung hatten wir am Ende ein gutes Gefühl was die Reiseimpfungen anbelangt.

Kosten für Reiseimpfungen

Ein Punkt, den wir anfangs ehrlich gesagt unterschätzt haben, waren die Kosten für Reiseimpfungen. Je nach Impfstoff können einzelne Impfungen schnell über 100 € pro Dosis kosten. Wenn dann mehrere Impfungen zusammenkommen, summiert sich das natürlich ziemlich schnell.
Umso positiver überrascht waren wir, dass unsere gesetzliche Krankenkasse, die Techniker Krankenkasse, sämtliche Kosten, inklusive der reisemedizinischen Beratung in Höhe von etwa 30 € pro Person, übernommen hat.
Es lohnt sich daher in jedem Fall, dass du dich bei deiner Krankenkasse informierst, welche Impfungen und Beratungen übernommen werden. Gegebenenfalls musst du dann zwar in Vorleistung gehen, bekommst aber einen Teil oder sogar den vollständigen Betrag zurückerstattet.

Warum Impfungen nur ein Teil der Vorbereitung sind

Auch mit Impfungen gibt es natürlich keinen 100%igen Schutz vor Krankheiten. Je nach Erreger kann eine Impfung aber dabei helfen, das Risiko einer Erkrankung zu reduzieren oder schwere Krankheitsverläufe abzumildern.
Darüber hinaus ist es natürlich wichtig, dass du unterwegs auf grundlegende Vorsichtsmaßnahmen achtest, wie beispielsweise einen konsequenten Mückenschutz oder den Verzicht auf Leitungswasser in bestimmten Ländern.
Aber auch mit guter Vorbereitung und Vorsicht kannst du auf einer längeren Reise natürlich dennoch mal krank werden. Gerade deshalb ist eine gute Auslandskrankenversicherung, die dich im Ernstfall medizinisch absichert, enorm wichtig.

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